FAZ 13.05.2026
09:26 Uhr

Biennale in Rüsselsheim: Mordshunger auf  Gegenwartskunst


Biennale: Raumgreifende, oftmals aber auch nachdenklich stimmende Gegenwartskunst ist noch bis Mitte Juni im Rüsselsheimer Opel-Altwerk am Bahnhof zu sehen.

Biennale in Rüsselsheim: Mordshunger auf  Gegenwartskunst

Ein auf dem Boden angehäufter Brötchenberg, hübsch drapierte Küchenreste, aber auch die verstörende Begegnung mit einem am Ende doch nur als Fleischlieferant gezüchteten französischen Charolais-Rind: Es ist nicht nur leicht verdauliche Kost, die den Besuchern der „Biennale für Gegenwartskunst – Belichtungsmesser 2“ seit dem Wochenende und noch bis zum 14. Juni im schon allein für sich genommen sehenswerten Rüsselsheimer Opel-Altwerk serviert wird. Auf rund 2800 Quadratmeter Ausstellungsfläche zeigen 19 Künstler, etliche von ihnen stammen aus der Rhein-Main-Region, Fotografien, Plastiken, Malereien, Videos, Rauminstallationen, Keramiken, Textilarbeiten und Zeichnungen. In allen Fällen geht es dabei um Hunger – egal ob Machthunger, Mordshunger, Leistungshunger oder auch Lebenshunger. Diesmal hat die Kuratorin Andrea Simon die deutschen und internationalen Gäste nach Rüsselsheim und Frankfurt eingeladen: genauer gesagt in die Räume der Motorworld Manufaktur am Bahnhofsplatz 1 und zum Kooperationspartner Kunstverein Eulengasse, also in den Projektraum des Ateliers Frankfurt, Schwedlerstraße 1–5, am Osthafen. Wie schon 2024, als die Biennale erstmals im Kunstforum Mainturm in Flörsheim und im Haus der Stadtgeschichte von Offenbach zu sehen war, ist der Main auch diesmal das verbindende Element zwischen den Ausstellungsorten. Die Gegenwartskunst im dritten Stockwerk des Opel-Altwerks, einem als „temporärer Galeriebereich“ genutzten Schauraum, kann bis Mitte Juni bei freiem Eintritt besucht werden. In Rüsselsheim, wo die meisten und die größten Objekte präsentiert werden, ist stets freitags bis sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Spenden werden von den Biennale-Machern übrigens gerne genommen. Weitere Informationen zu dem Kunstereignis, das „ein breites Spektrum zeitgenössischer Ausdrucksformen“ zusammenbringen will, und dem dazugehörigen Begleitprogramm finden sich im Internet unter der Adresse www.belichtungsmesser.art.